Direkt zum Hauptbereich

Posts

Das Roßbacher Viktoria Relief

Es gibt Orte, die die Erde nicht behalten will.  Das Roßbacher Denkmal, jenes Monument zu Ehren des Sieges Friedrichs des Großen über die Franzosen, war ein solcher Ort. 1958 verschlang es der gierige Schlund des Bergbaus, als hätte der Boden selbst genug von der Last der Geschichte.  Doch was blieb, ist der Fluch des Schöpfers. ​ ​Die Sage erzählt uns von einem Bildhauer, der sein Herzblut in den kalten Stein goss. Er schuf die Viktoria, die Siegesgöttin, stolz auf ihrem Ross. Doch kaum war der letzte Meißelschlag verhallt und das Tuch gefallen, begannen die Giftzungen zu flüstern. Habt ihr es gesehen? ​Der Damensattel: Die Viktoria sitzt zur Rechten, ein Frevel gegen die Etikette und die Natur des Reitens, da der Damensattel seit Äonen zur Linken liegt. ​Der Tanz des Todes: Das Ross erhebt sich auf den Hinterläufen – nicht wie ein Schlachtross im Zorn, sondern wie ein dressiertes Tier in der Manege eines Zirkus. ​Die falsche Richtung: Die Schwingen der Göttin tru...

Die Stiefel

Als mein Großvater nicht aus Stalingrad,  nach dem 2.Weltkrieg zurückkehrte,  blieb meine Oma für den Rest ihres Lebens allein. Manchmal erwachte sie des Nachts und lauschte.  Schwere , harte Schritte drangen vom Dachboden an ihr Ohr. Es waren die Schritte von Soldatenstiefeln. In der Welt der Sagen würde man sagen, dass die Liebe ein Band knüpft, das selbst über den Tod hinausreicht.  Diese „schweren, harten Schritte“ waren vielleicht mehr als nur eine Einbildung in der Einsamkeit.  Es war das Echo eines Mannes, der im Geiste nie aufgehört hat, nach Hause zurückzukehren. ​ Wenn sie in jenen Nächten erwachte, war sie vielleicht für einen Moment weniger allein.  Es ist ein schauriger, aber auch tröstlicher Gedanke, dass die Seele meines Großvaters den weiten Weg aus der eisigen Ferne gefunden hat, um über das Haus in der Unteraltenburg zu wachen. KI generierter Inhalt, Google Gemini/NanoBanana 2

Das silberne Echo

​Die Nacht auf der Merseburger Altenburg war ungewöhnlich still, als im Jahr 1562 die Auflösung des Petersklosters kurz bevorstand. Doch es war nicht die Angst vor den neuen Herren, die die letzten Mönche umtrieb, sondern ein Geheimnis, das tief unter den Altarstufen der einst prachtvollen Basilika ruhte:  Der Silberschatz . ​Man flüsterte sich seit Jahrhunderten zu, dass Heinrich I. in Merseburg nicht nur Mauern, sondern auch unermessliche Reichtümer hinterlassen hatte – Silbergeschirr, geprägt mit dem Siegel des Reiches, und kostbare Reliquiare, die in den Wirren der Zeit vor gierigen Augen verborgen werden mussten. Als das Kloster dem Verfall preisgegeben wurde, durfte dieses Erbe nicht in die Hände derer fallen, die die Kirche bald als Steinbruch nutzen würden. ​„In die Tiefe“, lautete der Befehl des letzten Abtes. Schwere, mit Eisen beschlagene Truhen wurden zum geheimen Abstieg in der Klausur geschleift. Dort öffnete sich der Schlund zu jenem unterirdischen Gan...

Die Attnitzburg

Gegenüber von Oberthau, dort, wo die Weiße Elster einst andere Bahnen zog, liegt ein Ort, der heute nur noch ein Phantom seiner selbst ist: die Attnitzburg . Es wird erzählt, dass hier nicht nur Mauern, sondern eine ganze Festung im weichen, morastigen Boden versunken ist, verschlungen vom Zorn der Erde oder einem alten Fluch. ​Es ist ein toter Arm der Weißen Elster, treffend „Stilles Wasser“ genannt. Wenn die Kirchturmuhr von Oberthau Mitternacht schlägt, so die Sage, steigen Nebel auf, die nicht von dieser Welt sind. Aus ihnen formt sich die Gestalt einer Weißen Frau – die verwunschene Burgfrau selbst. Sie schreitet am Ufer entlang, lautlos, doch aus ihrem Mund dringen leise, herzzerreißende Klagelaute. Sie ist an diesen Ort gebunden, gefangen in einem Bann, der so alt ist, dass niemand mehr weiß, wie sie zu erlösen wäre. Wer ihre Klage hört, dem gefriert das Blut in den Adern vor Mitleid und Entsetzen. ​Doch die Burgfrau ist nicht allein. Die Attnitzburg wird nachts ...

Der verhängnisvolle Schlaf

​Graf Ludolf erhielt seinerzeit, vom Markgrafen Dedi dem jüngeren ein wunderschönes Schwert, das mit wertvollen Edelsteinen und aufwändigen Gravuren ausgestattet war.  Er trug daher die Waffe daher stets blank und mit stolzer Brust. Doch das Schicksal schert sich nicht um Adelstitel. An einem drückend heißen Tag kehrte der Graf von einem langen Ritt heim. Die Erschöpfung übermannte ihn, und er sank in einen tiefen Schlaf, noch während er im Sattel saß oder gerade vom Ross gestiegen war. Er stürzte so unglücklich, dass er sich an seinem eigenen, stolz getragenen Schwert schwer verletzte. Die Wunde war tückisch; kurz darauf gab der wackere Rittersmann seinen Geist auf. ​ Seit seinem Tode aber, ist das Schwert spurlos verschwunden. Man munkelt, es liege in einer vergessenen Gruft unter dem Petrikloster.  Zur Abendsonne streicht ein schmaler Sonnenstrahl über die prachtvollen Verzierungen, sodas man es  beim Blick durch die Ruinenfenster finden könne. KI generie...

Die große Glocke der Großgräfendorfer

Auf der sogenannten Steinklebe in der Strößener Flur, auf der Klobikauer Grenze, stand in früheren Zeiten ein Dorf, das in den Stürmen des Dreißigjährigen Krieges untergegangen ist. Auf dieser wüsten Dorfstelle hütete einst ein Schweinehirte seine Herde. Beim Wühlen stieß eines seiner feisten Borstentiere auf einen großen, harten Gegenstand, der beim Nachgraben als eine große Glocke erkennbar wurde. Über diese Glocke entspann sich zwischen den Bewohnern Klobikaus und denen von Großgräfendorf bald ein ernster Streit.  Beide Gemeinden beanspruchten die Glocke als ihr Eigentum. Mit mehreren Pferdegespannen rückten die Klobikauer aus, um die Glocke in ihr Dorf zu holen; sie spannten vier, sechs und zuletzt sogar acht Pferde an die Glocke, aber trotzdem vermochten sie nicht, diese von der Stelle zu bringen. Bald kamen auch die Großgräfendorfer, sie brachten nur vier Pferde mit.  Hohnlächelnd und schadenfroh ließen die Klobikauer sie ihre Arbeit beginnen. Aber kaum gaben...

Das Abstellgleis

In Klostermansfeld steht die Zeit nicht still – sie oxidiert. Wenn der Mond bleich über dem Mansfelder Land steht und der Wind in den verrosteten Gestängen der alten Dampflokomotiven fängt, geschieht etwas, das kein lebendes Auge sehen sollte. ​Die Stille auf dem Abstellgleis ist trügerisch. Sie ist nicht leer, sie ist schwer von Erinnerungen. ​Es beginnt mit einem tiefen, metallischen Ächzen. Es ist kein gewöhnliches Geräusch von sich zusammenziehendem Metall in der nächtlichen Kühle. Es klingt wie ein erster, mühsamer Atemzug nach einem jahrzehntelangen Schlaf. In den leeren Feuerbüchsen beginnt ein unnatürliches, blaues Glimmen zu tanzen, und aus den zerschlissenen Ventilen entweicht ein Hauch von phantomhaftem Dampf, der nach heißem Öl und nasser Kohle riecht. ​„Hörst du das?“, flüstert die schwere Güterzuglokomotive der Baureihe 52, deren Lack nur noch in Schuppen an ihrem Leib hängt. Ihre Stimme klingt wie schleifender Stahl auf Schienen. ​„Ich höre es jeden Abend...