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Es werden Posts vom Mai, 2026 angezeigt.

Der Reiter ohne Kopf

Am 6. November 1632 fand die denkwürdige Schlacht bei Lützen zwischen den Schweden und den Kaiserlichen statt. Zwar gewannen die Schweden, doch ließ ihr König Gustav Adolf auf dem Schlachtfeld sein Leben. In dem blutigen Reitergefecht, das sich während der Schlacht nach der Ankunft Pappenheims entspann, führte ein kaiserlicher Reiter einen derart gewaltigen Hieb gegen seinen schwedischen Gegner, daß er diesem mit einem Streich den Kopf abschlug.  Das wildgewordene Pferd raste mit dem Reiter ohne Kopf auf seinem Rücken der Stadt zu, galoppierte durch das Stadttor hindurch und durch die öden Straßen der Stadt zum anderen Tor hinaus und nach Röcken weiter.  Voll Entsetzen sahen die wenigen unglücklichen Bewohner, welche in der an verschiedenen Stellen brennenden Stadt zurückgeblieben waren, dem in rasendem Galopp Dahinsausenden nach.  Der schreckliche Anblick kam den Leuten nicht wieder aus dem Sinn, und wenn späterhin von der großen Kriegsnot erzählt wurde, verg...

Der heilige Laurentius und die Kaiserin Theophano

Besonders schwer lastete der Gewissensdruck über die Aufhebung des Merseburger Bistums auf der Kaiserin Theophano. Fort und fort quälte sie der Gedanke, daß ihr Gemahl dadurch eine schwere Schuld auf sich geladen habe. Bestärkt wurde die kaiserliche Witwe in diesem Glauben noch durch eine Erscheinung des heiligen Laurentius: In der Stille der dunklen Mitternacht trat er plötzlich in ihr Schlafgemach mit verstümmeltem rechten Arm. Erschrocken fuhr die Kaiserin von ihrem Lager empor. Mit gekreuzten Armen blickte sie ängstlich und stumm nach dem Heiligen. Dieser rief ihr zu: „Warum fragst Du nicht, wer ich bin?" Mit zitternder Stimme und kaum vernehmbar antwortete die Erschrockene: „Ich wage nicht, o Herr. Er aber fuhr in seiner Rede fort, indem er dabei auf seinen verstümmelten Arm zeigte, und sagte eindringlichst: „Ich bin der heilige Laurentius. Was Du hier an mir siehst, das hat Dein Eheherr mir angetan, indem er sich verführen ließ von dem, durch dessen Schuld eine g...

Vom Kelch mit der Scharte im Dom zu Merseburg

  Zu der Zeit, da Kaiser Heinrich II. (1002-1024) dem Tode nahe war,  lebte in Merseburg ein frommer Klausner.  Dieser hörte eines Abends in der Luft ein unheimliches Rauschen, als wenn Teufel durch die Lüfte führen.  Er beschwor diese bösen Geister bei Gott, ihm zu sagen, wohin sie wollten. Sie antworteten : Zu Kaiser Heinrichs Tode, seine Seele holen.  Da beschwor sie der gute Mann abermals, daß sie ihm bei ihrer Rückkehr sagen mögen, was sie erworben hätten. Die Teufel fuhren ihres Weges.  Der Einsiedler aber betete zu Gott für des Kaisers Seele.  Bald kamen die Teufel zurück und sagten: Als des Kaisers Missetaten seine guten Taten zu überwiegen drohten , nahte der heilige Laurentius und warf den wundertätigen Kelch, dem ihm Heinrich einst für den Dom geweiht hatte, derart in die Waagschale des Erzengels Michael, dass dem Kelch eine Scharte ausbrach.  Also verloren wir die Seele.  Da lobte der Einsiedler Gott und tat de...

Die steinerne Jungfrau

Die Steinerne Jungfrau – ein stummer Zeuge aus grauer Vorzeit, der heute noch mahnend in den Himmel ragt.  ​Das Brot der Hybris:  Der Fluch der Steinernen Jungfrau ​In der Dämmerung der Dölauer Heide, dort wo der Wind besonders klagend durch die Äste fährt, steht sie: Die Steinerne Jungfrau.  Ein über fünf Meter hoher Koloss aus Quarzit, der seit Jahrtausenden dem Wetter trotzt.  Doch die Einheimischen wissen, dies ist kein gewöhnlicher Stein.  Es ist das fleischgewordene Urteil über den Hochmut,ein Frevel im Schlamm. ​Die Legende flüstert uns von einem Mädchen, so stolz und wohlhabend, dass sie das heiligste Gut des einfachen Volkes missachtete.  In einer Sturmnacht, als der Boden aufgeweicht war und ihr prachtvolles Kleid vom Schlamm bedroht wurde, beging sie das Unaussprechliche: Sie warf frische Brotlaibe in den Dreck, um sich einen trockenen Pfad zu bahnen.  Ein Blitzschlag, ein Schrei – und wo einst Eitelkeit stand, ragte fortan nur n...

Der Bär

Es gibt Kindheitserinnerungen die einen nie wieder loslassen. Bis zum heutigen Tage lässt mir der Gedanke an den Bären die Nackenhaare aufstellen.  Im Jahre 1973, fuhren meine Eltern mit uns Kindern zum Winterurlaub nach Bärenstein/Altenberg im Erzgebirge. Es war ein schöner Urlaub und es gab reichlich Schnee. Wir wohnten im Schloss Bärenstein. Das war zu damaliger Zeit ein Privileg , da das Schloss ein Ferienheim der Blockflöten-Partei NDPD und unser Vater Mitglied derselben war. Im Foyer an den Treppenaufgängen stand ein gewaltiger ausgestopfter Bär, der ziemlich finster dreinschaute. Ich hatte ein eigenes kleines Zimmer, das sehr gemütlich und mit historischen Möbelstücken ausgestattet war. Es hatte aber leider nur ein winziges Fenster was bedeutete, dass es Nachts stockfinster war und man die Hand vor Augen nicht erkennen konnte.  Trotz der wintersportlichen Aktivitäten , fand ich keinen richtigen Schlaf in diesem Kabäuschen. Eines Nachts wurde ich ...

Der bleiche Jäger im Mittelholz

Am Mittelholze bei Gutenberg rast der wilde Jäger in den  Zwölfnächten.  Er jagt auf seinem Schimmel durch die Luft und, wenn er naht, solle man auf die Knie gehen. Auf keinen Fall aber solle man ihn ansehen... Dann hetzt weiter über die Saale bis  in die Dölauer Heide hinein.

Der Heilige Laurentius

Am Portal des Merseburger Domes stehen rechts und links die beiden Heiligen, denen diese Kirche geweiht ist: Johannes der Täufer mit dem Lamm und der Heilige Laurentius mit dem Rost.   Otto I. hatte vor der Schlacht auf dem Lechfelde am Tage des Heiligen Laurentius diesem die Gründung des Bistums Merseburg geschworen, so daß der Heilige dem Stift und Dom Merseburg besonders verbunden war. Nach Sagen des Merseburger Landkreises KI generierter Inhalt Google Gemini/NanoBanana 2

Der Lauchstädter Stumpf

Es gibt Orte, die die Zeit vergessen hat, doch die Erinnerung krallt sich dort fest wie Rost an altem Stahl.  Einer dieser Orte liegt am westlichen Rande Angersdorfs, dort, wo die einst lebendige Verbindung nach Bad Lauchstädt heute im Nichts endet.  Seit dem Rückbau im Dezember 2014 ist die Strecke verstummt  doch die alten „Schlettauer“ wissen:  Es ist eine merkwürdige Stille. ​ ​Die Geschichte führt uns zurück in eine Zeit, als das Rattern der Triebwagen noch den Takt des Alltags bestimmte.  Es war ein Moment menschlichen Versagens, so profan wie tödlich.  Der Stellwerker auf W2, die Augen auf den Fahrplan gerichtet, den Geist schon beim nächsten Signal, vergaß die Seele im Gleisbett. Der Gleisarbeiter, gesandt zur Überprüfung der Weichen am Abzweig Lauchstädt, hatte keine Chance gegen das herannahende Ungetüm aus Stahl. ​Der "Lauchstädter Stumpf" – Ein Tor ? ​Was heute als der „Lauchstädter Stumpf“ bekannt ist – jenes letzte,  Stück Gle...