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Es werden Posts vom Februar, 2026 angezeigt.

Der nächtliche Spuk am Katzenhügel

Eine Bauersfrau aus Schnellroda hat ihren Korb mit Eiern und frischem Gemüse beladen. Sie will die Erste auf dem Markt in Mücheln sein – ein mühsamer Fußmarsch, den sie im Schutz der Dunkelheit antritt um nicht bestohlen zu werden.  Doch die Dunkelheit schützt nicht immer; manchmal beobachtet sie uns nur. ​Als sie den berüchtigten Katzenhügel erreicht, geschieht es. In der Ferne, dumpf und unerbittlich, schlägt die Glocke von St. Micheln zur Mitternacht. Mit dem zwölften Schlag verändert sich die Luft. Sie wird dick, klamm und schwer. ​Plötzlich spürt die Frau einen Ruck. Ihr Tragekorb, eben noch leicht zu schultern, drückt sie mit übermenschlicher Gewalt in die Knie. Keuchend sieht sie sich um – und das Herz stockt ihr: Auf ihren Waren liegt ein Getreidebündel . Es ist staubig, strohig und doch scheint es eine Masse zu besitzen, die nicht von dieser Welt ist. ​Niemand ist zu sehen. Keine Hand hat es dort abgelegt. Es ist einfach da . ​Mit zitternden Knien und Sc...

Ritter Pickelhäring

Wer die Südseite der alten Kirche zu Schraplau passiert, dem fällt ein seltsamer Grabstein ins Auge. Ein Ritter in voller Rüstung, das Schwert an der Seite, den Blick starr geradeaus gerichtet. Doch wer genauer hinsieht, dem fröstelt es: Dem steinernen Krieger fehlt die rechte Hand. Es ist das Bildnis des Ritters, den sie aus vergessenen Gründen nur "Pickelhäring" nannten, und seine Geschichte ist eine Tragödie aus Stolz, Wein und gebrochener Treue. Das Taufgelage und der verhängnisvolle Biss Es war ein Festtag auf Schloss Schraplau. Graf von Pappenheim, der gefürchtete Feldzeugmeister des Dreißigjährigen Krieges, feierte die Taufe seines Söhnchens. Unter den Gästen: Sein treuer Freund, der Ritter Pickelhäring aus Schafstädt. Man sprach dem guten Mainwein reichlich zu, die Stimmung war gelöst, ja ausgelassen. Doch im Wein liegt nicht nur die Wahrheit, sondern oft auch der Keim des Verderbens. Bei einem fröhlichen Pfänderspiel sollte Pickelhäring dem Grafen Pappenheim eine...

Die hohe Brücke

Das Flüstern des Steins – Eine Geschichte von der Hohen Brücke zu Merseburg ​Die Sonne stand hoch über der Alten Saale, ihre Strahlen glitzerten auf dem trägen Fluss, der sich durch die sächsische Landschaft schlängelte. Doch an diesem sonnigen Tag lag ein Schatten über der Hohen Brücke, einem steinernen Koloss, der seit Jahrhunderten den Weg von Merseburg nach Leipzig überspannte. Generationen von Fuhrleuten, Händlern und Reisenden hatten ihre steinernen Bögen überquert, und doch barg sie ein dunkles Geheimnis, das nur die Alten noch flüsterten. ​Man erzählte sich, dass in den mächtigen Steinquadern der Brücke, unweit des Neumarktstores, ein Kind lebendig eingemauert worden war. Nicht aus Grausamkeit, so die Legende, sondern aus einer verzweifelten Hoffnung heraus. Die Erbauer, so hieß es, hätten die Brücke fest und unzerstörbar machen wollen, ein ewiges Denkmal ihrer Kunst. Und so opferten sie, in einer Zeit, in der Aberglaube und harte Wirklichkeit Hand in Hand gingen,...

Die versunkene Burg bei Burgliebenau

Etwa zehn Minuten von dem Dörfchen Burgliebenau entfernt findet sich nach Südosten mitten im Walde unweit der Elster eine mäßige, ringförmige Erhöhung, welche der Waal genannt wird.  Die Erhöhung ist mit Bäumen und Gestrüpp bewachsen und war früher von einem ziemlich breiten und tiefen Graben umgeben, der aber im Laufe der Zeit durch die Elsterhochwässer verfüllt worden ist.  Auf dieser Anhöhe soll einstmals eine Burg gestanden haben. Von Mauerresten ist aber jetzt nichts mehr zu sehen. Von dieser Burg erzählt man sich nun folgendes: Vor langen Jahren bewohnte sie ein mächtiger Herr, dem die ganze Umgebung gehörte. Weit und breit war er wegen seines Reichtums bekannt; aber ebenso bekannt war seine Hartherzigkeit gegen die Armen und seine Barschheit gegen jedermann, so daß niemand mit ihm verkehren mochte. Als nun einmal an einem Frühlingsabend ein fürchterlicher Sturm, begleitet von heftigem Regen, brausend durch die Wipfel der alten Eichen zog, so daß sie unter se...

Der Mönch in einen Hasen verwandelt

Im schon lange aufgehobenen Peterskloster zu Merseburg ließ sich zu Zeiten „Der Münch" sehen. Er erschien als graues Männchen und hatte in den Ställen sein Lieblingspferd und seine Lieblingskuh, die immer schneckefett waren. Außer ihm ging da aber noch ein gespenstiger Hase um, das war ein Mönch, der irgend etwas Schweres began-gen hatte und deshalb nicht zur ewigen Ruhe und Frieden eingehen konnte, wenn nicht durch ein Zusammentreffen von bestimmten Umständen seine Erlösung herbeigeführt wurde. Heutzutage sind der frühere Tiergarten des Bischofs, die Klosterhöfe, der Gottesacker der Kirche St. Viti und der ehemalige Klosterwein-berg ein zusammenhängendes Ganzes. Die Weinbergmauer auf der Ostseite und die Mauer des Waisenhausgartens auf der Westseite bil-deten noch vor hundert Jahren eine namenlose Straße, die jetzt den Namen Weinberg führt. Ihr Nordende wurde durch das sogenannte Klausentor beschlossen. Vor diesem Tore liegen die Klause und der Galgenberg, noch jetzt ...

Die unterirdischen Gänge , ... der südöstliche

Der Sucher im Tierholz: Eine Legende der Merseburger Unterwelt. ​Der alte Mühlenknecht Hannes war bekannt für seine sture Neugier, die ihn oft in Schwierigkeiten brachte. Es war im Spätherbst des Jahres 1847, als er von den geheimen Gängen unter dem Merseburger Kloster hörte, die angeblich bis ins Tierholz reichten. Die meisten lachten nur, nannten es Aberglauben der Bauern. Doch Hannes, der schon als Kind die verbotenen Ecken der Burg erkundet hatte, sah darin eine Herausforderung. ​Mit einer rußenden Fackel, einem Strick und einer eisernen Brechstange bewaffnet, schlich er sich in einer nebligen Nacht in den alten Keller der ehemaligen Klosterkirche, von wo der südöstliche Gang seinen Anfang nehmen sollte. Der Eingang, halb verschüttet und von feuchter Erde verdeckt, gab nach seiner mühsamen Arbeit einen schmalen Spalt frei. ​Der Geruch, der ihm entgegenwehte, war der von feuchter Erde, Moder und etwas Altem, Beunruhigendem – wie der Atem der Jahrhunderte. Hannes zwän...

Das Spergauer Pestkreuz

In der Nähe des Angers von Spergau, dort wo das Wasser des Dorfteiches heute still liegt, ragt ein verwitterter Stumpf aus der Erde. Für den eiligen Passanten ist es nur ein zerfressener Stein an der Kötzschener Straße 2. Doch für uns, die wir in den Schatten der Geschichte lesen, ist es das Pestkreuz . Man schreibt das Jahr 1633. Der Dreißigjährige Krieg zerfrisst das Land, doch ein noch grausameres Ungeheuer schleicht durch die Gassen von Spergau: die Pest. 186 Seelen raffte der „Sensenmann“ in jenem Jahr hinweg. Besonders das Unterdorf wurde zum Geisterort; die Kataster von 1660 sprechen noch Jahrzehnte später von „wüsten Gehöften“, wo einst Leben herrschte. Die Sage raunt, das Kreuz markiere exakt die Stelle, an der der letzte Pestfall des Dorfes gemeldet wurde. Ein steinerner Riegel gegen die Krankheit, ein Schlussstrich unter das Sterben. Doch die Chroniken sind unerbittlich: Zur Zeit der großen Not stand an diesem Platz noch gar kein Haus. Erst 1712 wurde hier wieder gebaut, a...

Der Schlossgartenpavillion

​ Die Melodie der Schatten im Merseburger Schlossgartenpavillion ​In den barocken Gärten Merseburgs, dort, wo die Saale ihre alten Geheimnisse in das sanfte Grün flüstert, steht ein Bauwerk von erlesener Eleganz: der Schlossgartensalon , einst als Pavillon für höfische Muße errichtet. Doch wer glaubt, seine Mauern hielten nur die Erinnerung an heitere Teestunden und galante Gespräche fest, irrt sich gewaltig. Denn mit den ersten Schleiern des Abendnebels, die von den Flussauen aufsteigen, erwacht ein Echo aus längst vergangenen Zeiten – die melancholische Melodie des Geigenherzogs . ​ Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg (1688–1731) , der diesen prächtigen Salon um 1727 in Auftrag gab, war ein Fürst von ungewöhnlicher Passion. Während seine Zeitgenossen nach Macht und kriegerischem Ruhm strebten, verzehrte er sich in der Liebe zur Musik, insbesondere zu Instrumenten von kolossaler Größe. Seine Sammlung riesiger Bassgeigen war legendär, und man erzählt sich, ihre Reso...

Das weiße Gold

Man kennt Bad Dürrenberg heute für seine heilende Sole und das längste Gradierwerk Deutschlands. Doch die alten Salzsieder erzählten sich hinter vorgehaltener Hand von einer Gestalt, die sie den "Salzgrafen der Tiefe" nannten. Es heißt, dass tief unter den massiven Schwarzdornwänden des Gradierwerks nicht nur Sole fließt, sondern ein verzweigtes System aus uralten Stollen existiert, die noch vor der dokumentierten Geschichte von Wesen gegraben wurden, die das Licht scheuen. Die Geschichte: Ein junger Siedergehilfe soll im 19. Jahrhundert während einer nebligen Nachtschicht beobachtet haben, wie ein kleiner, blasser Mann – kaum größer als ein Kind, aber mit dem Gesicht eines Greises – aus dem dichten Solenebel trat. Er trug einen Beutel bei sich, der so hell leuchtete, dass es die Augen schmerzte. Der Kleine legte einen glitzernden Kristall auf das Holz des Gradierwerks und flüsterte: "Was ihr nehmt, müsst ihr an anderer Stelle zurückgeben. Das Salz ist das Blut der ...

Linie 5

   Die legendäre Linie Linie 5 ist weit über die Grenzen Sachsen-Anhalts bekannt. Verbindung: Sie verbindet Halle (Saale) mit Schkopau, Merseburg und Bad Dürrenberg. ​In der DDR-Zeit war sie die "Lebensader" für die Chemiearbeiter. Zu den Schichtwechselzeiten in den Leuna- und Buna-Werken fuhren die Bahnen in extrem dichter Taktfolge und oft als Tatra Dreier-Gespanne. ​Mit einer Gesamtlänge von etwa 31 Kilometern gehört sie bis heute zu den längsten Straßenbahnlinien im Linienbetrieb weltweit. Der Buna Pelzer Man sagt, dass die Linie 5 nicht nur die Lebenden zu den Schichtwechseln in die Leuna-Werke brachte. In den nebligen Herbstnächten, wenn der Reif auf den Schienen zwischen Schkopau und Merseburg glitzert, berichten alte Straßenbahnfahrer vom Buna Pelzer oder der „Geisterschicht“. ​Es heißt, dass an der Haltestelle bei X 50 manchmal ein Mann zusteigt, der nicht in die moderne Zeit zu passen scheint. Er trägt die einfache Kutte eines Arbeiters aus einer längst...

Der vom Teufel geholte Bäcker in Schafstädt

​Es war vor mehr als 200 Jahren, als in dem beschaulichen Ort Schafstädt ein Bäckermeister sein Handwerk verrichtete. Doch war dieser Mann nicht für seine köstlichen Backwaren bekannt, sondern vielmehr für seinen unersättlichen Geiz und seine unbändige Habgier. Er kürzte das Brot, wo er nur konnte, machte es so leicht, dass es kaum etwas wog, und die Semmeln waren so klein, dass sie kaum einen Magen füllen konnten. Er betrog seine Kunden, wo er nur konnte, und häufte so Reichtum an, während die Menschen hungerten. ​Doch wie es so oft im Leben ist, währt die Ungerechtigkeit nicht ewig. Eines Tages, als der Bäcker wieder einmal seine winzigen Semmeln aus dem Ofen zog, erschien plötzlich der böse Feind in seiner Backstube. Er war gekommen, um den Geizhals für seine Unredlichkeit zu strafen. Mit eisernem Griff packte er den Bäcker und zog ihn unbarmherzig zur Tür hinaus auf die Straße. Der Bäcker schrie und wehrte sich mit aller Macht, versuchte sich an allem festzuhalten, wa...

Das Kellermännchen in Lützen

In den düsteren Gassen von Lützen, des Jahres 1665, erzählte man sich eine merkwürdige Begebenheit. Es war die Geschichte des Kellermännchens, das in den Tiefen eines alten Hauses hauste. ​Eines Tages, als die Abendsonne ihre letzten Strahlen über die Stadt warf, huschte ein winziges Männlein aus dem Keller hervor. In seinen Händen trug es eine kleine Gelte, gefüllt mit Wasser. Vor dem Haus sprengte es das Wasser auf den staubigen Boden, als würde es ein unsichtbares Ritual vollziehen. Dann goss es die Gelte vollständig aus und verschwand so stillschweigend, wie es gekommen war, zurück in die Dunkelheit des Kellers. ​Eine Magd, die das Männlein zufällig beobachtete, war von Furcht ergriffen. Sie fiel auf die Knie und begann, einen Psalm zu beten. Und siehe , das Kellermännchen, das gerade im Begriff war, in den Schatten zu verschwinden, sank ebenfalls nieder und betete mit der Magd, bis ihr Gebet beendet war. ​Kurze Zeit später brach in Lützen eine verheerende Feuersbrun...

Die Hand Rudolfs im Dom zu Merseburg

Im Dom zu Merseburg wird eine mumifizierte Hand in einem Glaskästchen gezeigt.  Mit ihr hat es folgende Bewandtnis:  Unter Kaiser Heinrich IV. strebten die Fürsten nach größerer Selbständigkeit und vor allem erhoben sich die Sachsen gegen ihn.  Auch der Papst zählte zu den Gegnern des Kaisers. Als nun die Unzufriedenen den Herzog Rudolf von Schwaben zum Gegenkaiser wählten, stand auch der Bischof Werner von Merseburg auf der Seite Rudolfs, während Wiprecht von Groitzsch zu den Parteigängern Heinrichs gehörte. In den Auseinandersetzungen zwischen beiden kam es zum Kampf. Nicht weit von Merseburg, bei Hohenmölsen und Wiederau, fand die Entscheidungsschlacht der beiden Gegner statt. Wratislaw, der König der Böhmen, und Wiprecht standen treu zu ihrem kaiserlichen Herrn. Aber dieser wurde geschlagen. Da führten die beiden Getreuen ihren Herrn nach Böhmen hinweg. Doch auch Rudolf hatte in der Schlacht schweren Schaden erlitten. Er empfing durch einen Lanzenstich in den Leib ein...

Das Klobikauer Unwetterkreuz

Das Klobikauer Unwetterkreuz  ​Es gibt Momente in der Geschichte, in denen der Himmel nicht nur weint, sondern vor Zorn zu bersten scheint.  Der 6. Mai 1706 war ein solcher Tag für das Dorf Klobikau. ​Es schlug drei Uhr nachmittags, als sich das Licht der Welt in ein giftiges Schwefelgelb verwandelte.  Was dann folgte, war kein gewöhnliches Gewitter. Drei endlose Stunden lang entlud sich eine Sintflut über den Dächern, begleitet von einem Hagelsturm, dessen Körner wie Geschosse einschlugen. Das Getreide auf den Feldern wurde nicht einfach flachgedrückt – es wurde sauber abgemäht, als hätte der Sensenmann persönlich mit unsichtbarer Klinge über die Äcker gewütet. ​Das Wasser stieg so schnell, dass die Gassen zu reißenden Strömen wurden. Man hörte das dumpfe Grollen, als die Fundamente der Häuser nachgaben und stolze Höfe einfach in den Schlamm stürzten. Vieh ertrank in den Ställen, und die Verzweiflung der Menschen hallte durch den peitschenden Regen. ​ Da...

Der Bornhoek

  Der geschändete Wächter: Das Rätsel vom Bornhök Es gibt Orte, die sollten niemals berührt werden. Orte, an denen die Toten nicht nur ruhen, sondern über das Land wachen. Einer dieser Orte war der Bornhök bei Raßnitz. Stell dir einen Hügel vor, so gewaltig wie ein Kathedrale aus Erde, 65 Meter im Durchmesser, der über die flache Saale-Elster-Aue ragte. Fast vier Jahrtausende lang trotzte er Wind und Wetter. In seinem Inneren: Ein Fürst der Bronzezeit, gebettet in eine massive Steinkiste, umgeben von Schätzen aus Gold und Bronze, die so hell strahlten wie die Sonne selbst. Doch dann kam die Gier der Moderne. Wenn ein Monument zu Baumaterial wird Im 19. Jahrhundert kannte man keine Ehrfurcht vor dem Altertum. Der Bornhök wurde nicht ausgegraben – er wurde geschlachtet. Man trug ihn ab, Schaufel für Schaufel, um Steine für den Eisenbahnbau und Erde für die Felder zu gewinnen. Der Hügel verschwand vom Horizont, und mit ihm die Grabbeigaben, die vermutlich in dunklen Kanälen verschwan...

Das Haus des Scharfrichters zu Merseburg

Das Echo der Verdammten: Mein Erbe im Henkerhaus von Merseburg ​Jede Leidenschaft hat einen Ursprung. Meine Suche nach dem Mystischen begann nicht in einem Buch, sondern tief unter der Erde – an einem Ort, den die Sonne seit Jahrhunderten meidet. ​Willkommen in der Unteraltenburg 51 . ​In Merseburg kennt man dieses Anwesen unter dem Namen „Peuschels Gut“. Doch hinter der bürgerlichen Fassade verbirgt sich ein weitaus düstererer Name: Das Henkerhaus. Hier lebte einst der Scharfrichter der Stadt. Ein Mann, dessen Handwerk das Ende bedeutete und der deshalb wie ein Geist zwischen den Welten existieren musste. ​Der unsichtbare Pfad des Scharfrichters ​Man sagt, ein Henker durfte den heiligen Boden des Doms und das herrschaftliche Schloß nicht wie ein gewöhnlicher Bürger betreten. Er war ein notwendiges Übel, ein Ausgestoßer. Um ungesehen von seinem Wohnort zu seinem grausamen Arbeitsplatz zu gelangen, gab es einen geheimen, unterirdischen Weg. ​Unser Haus war der Ankerpunkt dieses...