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Die versunkene Burg bei Burgliebenau



Etwa zehn Minuten von dem Dörfchen Burgliebenau entfernt findet sich nach Südosten mitten im Walde unweit der Elster eine mäßige, ringförmige Erhöhung, welche der Waal genannt wird. 

Die Erhöhung ist mit Bäumen und Gestrüpp bewachsen und war früher von einem ziemlich breiten und tiefen Graben umgeben, der aber im Laufe der Zeit durch die Elsterhochwässer verfüllt worden ist.

 Auf dieser Anhöhe soll einstmals eine Burg gestanden haben. Von Mauerresten ist aber jetzt nichts mehr zu sehen.

Von dieser Burg erzählt man sich nun folgendes: Vor langen Jahren bewohnte sie ein mächtiger Herr, dem die ganze Umgebung gehörte. Weit und breit war er wegen seines Reichtums bekannt; aber ebenso bekannt war seine Hartherzigkeit gegen die Armen und seine Barschheit gegen jedermann, so daß niemand mit ihm verkehren mochte. Als nun einmal an einem Frühlingsabend ein fürchterlicher Sturm, begleitet von heftigem Regen, brausend durch die Wipfel der alten Eichen zog, so daß sie unter seiner Gewalt ächzten, und zugleich auch die Wasser der Elster über ihre Ufer stiegen, mit denen der Luppe sich vereinigten und die ganze Umgebung überschwemmten, kam ein altes Mütterchen, von Wind und Wetter erschöpft, ins Schloß und bat den Burgherrn um ein Unterkommen für die Nacht. Er jedoch entgegnete, er habe keine Herberge für Gesindel,sie solle sich nur augenblicklich davonscheren. Als sie ihre Bitte mit dem Bemerken wiederholte, sie sei der Gegend nicht kundig und wisse bei dem Steigen der Wasser nicht, wohin sie ihren Weg nehmen solle, da hetzte der unmenschliche Burgherr die Arme mit den Hunden hinaus in die Finsternis und den heulenden Sturm. Krachend schlug das hinter ihr zu. Draußen stand nun das Mütterchen, das sich auf einmal aus seiner gebeugten Gestalt aufrichtete und zu einer großen stattliehen Fee wurde. Drohend hob sie ihre Arme gegen die gewaltige Burg und rief:„Hartherzig bist Du Ritter, gegen Deine Mitmenschen. Ich habe es nie glauben wollen und prüfte Dich daher heute. 

Du aber hast die Prüfung nicht bestanden. Dafür sollst Du mit Deiner Burg versinken.

Plötzlich fuhr ein gewaltiger Blitz vom Himmel herab.

 Die Erde tat sich auf und langsam versank die Burg in die  endlose Tiefe, bis selbst die höchsten Spitzen der Türme nicht mehr zu sehen waren. Dann schloß sich der Boden wieder über der Burg. Der Burgherr aber verfiel mit all seinen Leuten in einen tiefen Schlaf. Seitdem öffnet sich der Wall nur alle sieben Jahre in der Johannisnacht.

Um Mitternacht dann verlassen die Bewohner der Burg ihre unterirdische Behausung und der Burgherr hält, hoch zu Roß, begleitet von einem prächtigen Gefolge, im Wald Umzug.

Sobald der Glockenschlag Eins ertönt, kehren alle eilends wieder in die Burg zurück, deren Zugang sich dann hinter ihnen schließt.

 Doch kann ein Sonntagskind die Burg in der Stunde, wo sie offen ist, betreten und von dem Zauber befreien. 

Löst es die drei Aufgaben, die ihm gestellt werden, so erhebt sich die Burg wieder über die Erde, und der Befreier erhält das anmutige Burgfräulein zur Gattin.

 Vor vielen Jahren geschah es einmal, daß ein Wanderer sich im Walde verirrte und beim Hereinbruch der Nacht, ermüdet von der Anstrengung, auf dem Walle zum Schlafen niederlegte. Um Mitternacht aber, als der Mond sein fahles Licht durch die Blätterkronen der alten Eichen sandte, erwachte er durch ein Knistern und Rauschen in den Büschen und sah den Jagdzug des Burgherrn in geringer Entfernung an sich vorüberziehen. 

Zu ihm aber trat das liebliche Burgfräulein mit wallendem, blondem Haar und sprach: folge mir, denn in Dir glaube ich unseren Retter gefunden zu haben, doch lass uns eilen, denn die Zeit ist kurz!“ 

Darauf führte sie ihn in die Burg, wo er drei Aufgaben lösen sollte. Zunächst wurde er zu einem Raben gebracht, welchen alle Burgbewohner in Ehren hielten; derselbe war zahm und bewegte sich überall frei umher und sprach Worte in einer fremden Sprache. Da sollte nun der Fremdling sagen, was diese Worte bedeuteten. Wirklich gelang ihm dies auch und sofort hob sich die Burg ein Stück aus der Erde.

 Darauf sollte er einen gewaltigen Speer durch einen aufgehangenen, ziemlich engen Ring schleudern, und zuletzt ein Trinkhorn, ohne abzusetzen, bis auf den Grund leeren. So sehr er sich anstrengte‚ es war ihm nicht möglich, mit dem Speer das Ziel zu treffen; und während er sich noch damit abmühte, ertönte vom Turm der Glockenschlag „Eins“, worauf die Burg augenblicklich wieder versank und den Wanderer mit welcher nun wie die anderen Bewohner in einen tiefen Schlaf verfiel. 

Erst sieben Jahre nachher, als die Burg abermals offen war und er nochmals, aber vergeblich, versucht hatte, die beiden letzten Arbeiten zu vollbringen, kam er eben noch zur rechten Zeit an die Oberwelt, ehe er aufs neue von ihr ausgeschlossen wurde. Seitdem ist es noch keinem gelungen, die Burg von dem Zauber zu befreien, und die Versunkenen warten noch heute auf ihren Retter.

Sagen des Kreises Merseburg 

KI generierter Inhalt,  Google Gemini/NanoBanana 


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