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Die Eselsbank im Dom zu Merseburg


Auf der rechten Seite des Gestühls im Hauptschiff des Merseburger Doms,  findet man die Eselsbank.
Diese Bank ist separat von den anderen Bänken aufgestellt.
Wer dort sitzen musste, sah auch von der Liturgie während des Gottesdienstes recht wenig und musste sich somit nurmehr auf das Zuhören beschränken. 
An der äußeren Sitzwange ist ein Eselskopf eingeschnitzt.

Als ich einmal den Dom besuchte , war gerade eine Führung im Gange.
Die Leute standen im Mittelgang und hörten den Erläuterungen über die Orgel zu.
Um die Führung nicht zu stören, wähle ich den Weg rechts vorbei.
 In einem Wortfetzen aus der Führung, hörte ich ein Detail aus der Orgelgeschichte, dass ich noch nicht kannte.
Ich hielt kurz inne , als sich aus der Führung ein älterer Mann löste und auf die Eselsbank zuging.
Er hatte einen extrem sauberen Bart- und Haarschnitt und trug einen eleganten Anzug.
Er packte die Bank an der Lehne und begann damit  die Bank hin und her zu kippeln.
Fassungslos sah ich dem Treiben zu. 
Plötzlich bemerkte er mich , er trat ein Stück von der Bank weg, lächelte und nickte mir zu. 
Einen ersten Reflex, ihn zu fragen was das solle, unterdrückte ich.
Ich hörte wieder die Ausführungen der Domführung. 
Von den Besuchern schien niemand etwas mitbekommen zu haben.
Völlig entgeistert drehte ich mich um und verließ den Dom mit schnellen Schritten. 
Draußen angekommen, dachte ich , ich hätte geträumt.
Zur Sicherheit habe ich mir eine Zigarette angebrannt um sicherzustellen,  dass ich wach war.


Die Eselsbank war eine historische Schulstrafe, bei der leistungsschwache oder unaufmerksame Schüler zur öffentlichen Bloßstellung auf eine separate Bank gesetzt wurden. Sie fungierte als Ort der Demütigung für als "dumm" abgestempelte Kinder, oft ergänzt durch das Tragen einer Eselskappe.

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