An der äußeren Mauer der Kirche von Zscherben ist ein merkwürdiges Steinbild eingemauert, eine Figur, die auf einem Tier reitet und in der Hand hochaufgerecht ein Schwert trägt. Das Volk erzählt, der Stein wäre zum ewigen Angedenken an einen Reiter eingesetzt, der im Dreißigjährigen Kriege in die Kirche zum Raube habe einreiten wollen und sich als Strafe für solchen Frevel den Kopf an der Pforte der Kirche eingerannt habe.
Es gibt Orte, die einen Menschen nicht mehr loslassen. Meist ist es die Schönheit oder die Geschichte, die zu uns zurückkehrt, doch im Kreuzgang des Doms St. Viktor zu Xanten verbirgt sich eine weitaus dunklere Bindung. Dort, wo das Licht nur spärlich durch die Maßwerkfenster fällt, ruht eine Grabplatte, die den Atem stocken lässt. Wer über die ausgetretenen Steine des Kreuzgangs wandelt, stößt unweigerlich auf eine Darstellung, die so gar nicht in die heilige Ordnung eines christlichen Gotteshauses zu passen scheint. Manche wollen darin den Gehörnten selbst erkennen, andere sehen eine gequälte Seele. Doch das Zentrum des Schauers ist die "Schwarze Hand" . Die Legende besagt, dass diese Hand nicht aus bloßer Steinmetzkunst entstand. Sie sei ein Siegel, ein spiritueller Anker in unserer Welt. Die Alten erzählen sich hinter vorgehaltener Hand: „Wer die schwarze Hand berührt, der verkauft ein Stück seiner Freiheit an den Dom.“ Es ist ein schleichender Fluch....
Kommentare
Kommentar veröffentlichen