- Man erzählt sich, der Teufel habe den Bischof in seinen Gemächern im Schloss so sehr gereizt oder verspottet, dass Thilo in heiliger Raserei zu seiner Speisegabel griff und sie mit übermenschlicher Kraft nach der hämisch lachenden Erscheinung schleuderte.
- Der Teufel wich aus, die Gabel sauste durch das Fenster und schlug mit solcher Wucht auf dem Domplatz ein, dass sich ihre Zinken tief in den harten Stein brannten. Das glühende Eisen hinterließ jenes Mal, das Ihr heute noch finden könnt.
Es gibt Orte, die einen Menschen nicht mehr loslassen. Meist ist es die Schönheit oder die Geschichte, die zu uns zurückkehrt, doch im Kreuzgang des Doms St. Viktor zu Xanten verbirgt sich eine weitaus dunklere Bindung. Dort, wo das Licht nur spärlich durch die Maßwerkfenster fällt, ruht eine Grabplatte, die den Atem stocken lässt. Wer über die ausgetretenen Steine des Kreuzgangs wandelt, stößt unweigerlich auf eine Darstellung, die so gar nicht in die heilige Ordnung eines christlichen Gotteshauses zu passen scheint. Manche wollen darin den Gehörnten selbst erkennen, andere sehen eine gequälte Seele. Doch das Zentrum des Schauers ist die "Schwarze Hand" . Die Legende besagt, dass diese Hand nicht aus bloßer Steinmetzkunst entstand. Sie sei ein Siegel, ein spiritueller Anker in unserer Welt. Die Alten erzählen sich hinter vorgehaltener Hand: „Wer die schwarze Hand berührt, der verkauft ein Stück seiner Freiheit an den Dom.“ Es ist ein schleichender Fluch....
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