Eines Tages weidete ein Hirtenknabe seine Rinderherde auf den Feldern über der Saale. Da bemerkte er von ungefähr, daß ein Ochse am Bein blutete. Der Hirte ging zu dem Tier hin und sah dabei einen scharfen und harten Gegenstand aus der Erde hervorragen. Als er nachgrub, fand er ein großes Schwert, welches er dem finsteren und gewaltigen Hunnenkönig Attila verehrte.
Dieses Schwert gelangte später in den Besitz der Ungarnkönige und kam zu Kaiser Heinrich IV. Zeiten nach Merseburg. Des König Salomons Mutter vererbte es nämlich Herzog Otto von Bayern, da durch dessen Fürsprache Kaiser Heinrich IV. den König Salomon wieder in sein Amt eingesetzt und ihm seine Würden zurückgegeben hatte. Herzog Otto von Bayern schenkte das Schwert dem Markgrafen Dedi dem Jüngeren, der es Kaiser Heinrich schenkte, von dem es an den Grafen Ludolf oder Leuppold von Merseburg weiter verschenkt wurde. Stolz trug dieser wackere Rittersmann das seltene Waffenstück. Als er jedoch eines Tages auf einem langen Ritte ermüdete und in der Hitze schlafend vom Pferde fiel, verwundete er sich so, daß er bald darauf seinen Geist aufgab. Wohin aber das Schwert gekommen ist, weiß niemand mehr zu berichten.
(A. O. Reuschert: -)
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