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Es werden Posts vom April, 2026 angezeigt.

Das Roßbacher Viktoria Relief

Es gibt Orte, die die Erde nicht behalten will.  Das Roßbacher Denkmal, jenes Monument zu Ehren des Sieges Friedrichs des Großen über die Franzosen, war ein solcher Ort. 1958 verschlang es der gierige Schlund des Bergbaus, als hätte der Boden selbst genug von der Last der Geschichte.  Doch was blieb, ist der Fluch des Schöpfers. ​ ​Die Sage erzählt uns von einem Bildhauer, der sein Herzblut in den kalten Stein goss. Er schuf die Viktoria, die Siegesgöttin, stolz auf ihrem Ross. Doch kaum war der letzte Meißelschlag verhallt und das Tuch gefallen, begannen die Giftzungen zu flüstern. Habt ihr es gesehen? ​Der Damensattel: Die Viktoria sitzt zur Rechten, ein Frevel gegen die Etikette und die Natur des Reitens, da der Damensattel seit Äonen zur Linken liegt. ​Der Tanz des Todes: Das Ross erhebt sich auf den Hinterläufen – nicht wie ein Schlachtross im Zorn, sondern wie ein dressiertes Tier in der Manege eines Zirkus. ​Die falsche Richtung: Die Schwingen der Göttin tru...

Die Stiefel

Als mein Großvater nicht aus Stalingrad,  nach dem 2.Weltkrieg zurückkehrte,  blieb meine Oma für den Rest ihres Lebens allein. Manchmal erwachte sie des Nachts und lauschte.  Schwere , harte Schritte drangen vom Dachboden an ihr Ohr. Es waren die Schritte von Soldatenstiefeln. In der Welt der Sagen würde man sagen, dass die Liebe ein Band knüpft, das selbst über den Tod hinausreicht.  Diese „schweren, harten Schritte“ waren vielleicht mehr als nur eine Einbildung in der Einsamkeit.  Es war das Echo eines Mannes, der im Geiste nie aufgehört hat, nach Hause zurückzukehren. ​ Wenn sie in jenen Nächten erwachte, war sie vielleicht für einen Moment weniger allein.  Es ist ein schauriger, aber auch tröstlicher Gedanke, dass die Seele meines Großvaters den weiten Weg aus der eisigen Ferne gefunden hat, um über das Haus in der Unteraltenburg zu wachen. KI generierter Inhalt, Google Gemini/NanoBanana 2

Das silberne Echo

​Die Nacht auf der Merseburger Altenburg war ungewöhnlich still, als im Jahr 1562 die Auflösung des Petersklosters kurz bevorstand. Doch es war nicht die Angst vor den neuen Herren, die die letzten Mönche umtrieb, sondern ein Geheimnis, das tief unter den Altarstufen der einst prachtvollen Basilika ruhte:  Der Silberschatz . ​Man flüsterte sich seit Jahrhunderten zu, dass Heinrich I. in Merseburg nicht nur Mauern, sondern auch unermessliche Reichtümer hinterlassen hatte – Silbergeschirr, geprägt mit dem Siegel des Reiches, und kostbare Reliquiare, die in den Wirren der Zeit vor gierigen Augen verborgen werden mussten. Als das Kloster dem Verfall preisgegeben wurde, durfte dieses Erbe nicht in die Hände derer fallen, die die Kirche bald als Steinbruch nutzen würden. ​„In die Tiefe“, lautete der Befehl des letzten Abtes. Schwere, mit Eisen beschlagene Truhen wurden zum geheimen Abstieg in der Klausur geschleift. Dort öffnete sich der Schlund zu jenem unterirdischen Gan...

Die Attnitzburg

Gegenüber von Oberthau, dort, wo die Weiße Elster einst andere Bahnen zog, liegt ein Ort, der heute nur noch ein Phantom seiner selbst ist: die Attnitzburg . Es wird erzählt, dass hier nicht nur Mauern, sondern eine ganze Festung im weichen, morastigen Boden versunken ist, verschlungen vom Zorn der Erde oder einem alten Fluch. ​Es ist ein toter Arm der Weißen Elster, treffend „Stilles Wasser“ genannt. Wenn die Kirchturmuhr von Oberthau Mitternacht schlägt, so die Sage, steigen Nebel auf, die nicht von dieser Welt sind. Aus ihnen formt sich die Gestalt einer Weißen Frau – die verwunschene Burgfrau selbst. Sie schreitet am Ufer entlang, lautlos, doch aus ihrem Mund dringen leise, herzzerreißende Klagelaute. Sie ist an diesen Ort gebunden, gefangen in einem Bann, der so alt ist, dass niemand mehr weiß, wie sie zu erlösen wäre. Wer ihre Klage hört, dem gefriert das Blut in den Adern vor Mitleid und Entsetzen. ​Doch die Burgfrau ist nicht allein. Die Attnitzburg wird nachts ...

Der verhängnisvolle Schlaf

​Graf Ludolf erhielt seinerzeit, vom Markgrafen Dedi dem jüngeren ein wunderschönes Schwert, das mit wertvollen Edelsteinen und aufwändigen Gravuren ausgestattet war.  Er trug daher die Waffe daher stets blank und mit stolzer Brust. Doch das Schicksal schert sich nicht um Adelstitel. An einem drückend heißen Tag kehrte der Graf von einem langen Ritt heim. Die Erschöpfung übermannte ihn, und er sank in einen tiefen Schlaf, noch während er im Sattel saß oder gerade vom Ross gestiegen war. Er stürzte so unglücklich, dass er sich an seinem eigenen, stolz getragenen Schwert schwer verletzte. Die Wunde war tückisch; kurz darauf gab der wackere Rittersmann seinen Geist auf. ​ Seit seinem Tode aber, ist das Schwert spurlos verschwunden. Man munkelt, es liege in einer vergessenen Gruft unter dem Petrikloster.  Zur Abendsonne streicht ein schmaler Sonnenstrahl über die prachtvollen Verzierungen, sodas man es  beim Blick durch die Ruinenfenster finden könne. KI generie...

Die große Glocke der Großgräfendorfer

Auf der sogenannten Steinklebe in der Strößener Flur, auf der Klobikauer Grenze, stand in früheren Zeiten ein Dorf, das in den Stürmen des Dreißigjährigen Krieges untergegangen ist. Auf dieser wüsten Dorfstelle hütete einst ein Schweinehirte seine Herde. Beim Wühlen stieß eines seiner feisten Borstentiere auf einen großen, harten Gegenstand, der beim Nachgraben als eine große Glocke erkennbar wurde. Über diese Glocke entspann sich zwischen den Bewohnern Klobikaus und denen von Großgräfendorf bald ein ernster Streit.  Beide Gemeinden beanspruchten die Glocke als ihr Eigentum. Mit mehreren Pferdegespannen rückten die Klobikauer aus, um die Glocke in ihr Dorf zu holen; sie spannten vier, sechs und zuletzt sogar acht Pferde an die Glocke, aber trotzdem vermochten sie nicht, diese von der Stelle zu bringen. Bald kamen auch die Großgräfendorfer, sie brachten nur vier Pferde mit.  Hohnlächelnd und schadenfroh ließen die Klobikauer sie ihre Arbeit beginnen. Aber kaum gaben...

Das Abstellgleis

In Klostermansfeld steht die Zeit nicht still – sie oxidiert. Wenn der Mond bleich über dem Mansfelder Land steht und der Wind in den verrosteten Gestängen der alten Dampflokomotiven fängt, geschieht etwas, das kein lebendes Auge sehen sollte. ​Die Stille auf dem Abstellgleis ist trügerisch. Sie ist nicht leer, sie ist schwer von Erinnerungen. ​Es beginnt mit einem tiefen, metallischen Ächzen. Es ist kein gewöhnliches Geräusch von sich zusammenziehendem Metall in der nächtlichen Kühle. Es klingt wie ein erster, mühsamer Atemzug nach einem jahrzehntelangen Schlaf. In den leeren Feuerbüchsen beginnt ein unnatürliches, blaues Glimmen zu tanzen, und aus den zerschlissenen Ventilen entweicht ein Hauch von phantomhaftem Dampf, der nach heißem Öl und nasser Kohle riecht. ​„Hörst du das?“, flüstert die schwere Güterzuglokomotive der Baureihe 52, deren Lack nur noch in Schuppen an ihrem Leib hängt. Ihre Stimme klingt wie schleifender Stahl auf Schienen. ​„Ich höre es jeden Abend...

Der Annex

​ Wer die Krypta des Merseburger Doms betritt, spürt sofort, wie die Luft etwas schwerer wird.  Es ist ein Ort der Ruhe, so sagt man.  Doch wer den Blick nach Westen wendet, in jenen kleinen, unscheinbaren Anbau – den Westannex  , der erkennt, dass manche Türen nicht zum Eintreten, sondern zum Fernhalten geschaffen wurden. ​Dort, über dem Mauerdurchgang, prangt ein Relief aus Sandstein: Eine Hand, die Finger zum Segen erhoben. Doch wer genau hinsieht, dem gefriert das Blut in den Adern. Denn diese Hand ist von innen angebracht. Sie segnet nicht den, der den Raum betritt. Sie segnet den, der ihn verlässt . ​Die Legende besagt, dass die Hand im 11. Jahrhundert nicht als Zierrat gemeißelt wurde, sondern als ein geistiges Siegel. Man flüstert, dass beim Bau der Krypta im Jahr 1042 die Arbeiter auf einen Hohlraum stießen, der tiefer reichte als alles, was Menschenhand bisher geschaffen hatte.  Ein eisiger Windstoß, gesättigt mit dem...

Des Nixes Beine

Eine Wehmutter, die aus Eichstädt gebürtig war, erzählte: In Merseburg habe einmal ein Barbier nahe der Saale gewohnt. Seine Frau sei Hebamme gewesen. Einmal sei in einer dunklen Nacht, von der Neu-marktskirche hatte es gerade Mitternacht geschlagen, ein Weib vor des Barbiers Haus gekommen und habe zum Fenster hineingeschrieen: die Wehmutter solle doch herauskommen. Aber die wollte es anfänglich nicht tun, aber das Weib rief weiter nach ihr. Endlich ging sie dann doch hinaus, aber ihr Mann ging mit einem Licht mit. Da sie schon befürchtet hat, daß ein Nix nach der Wehmutter gerufen hatte, sah der Barbier nach den Beinen, von denen es tropfte. Der Barbier schalt den Nix tüchtig aus und hieß ihn gehen, worauf dieser in der Dunkelheit verschwand und nie wieder gesehen wurde. (R. Jaeckel, A. O. Reuschert: )  Walter Saal, Sagen des Kreises Merseburg  KI generierter Inhalt,  Google Gemini/ NanoBanana 2

Der Hund auf dem Merseburger Schlosse

Wenn die Glocken des Doms die Geisterstunde einläuten und der Nebel von der Saale heraufzieht, erwacht im Nordflügel des Merseburger Schlosses ein Grauen, das älter ist als das Mauerwerk selbst. Wer es wagt, zu dieser Stunde in den Korridoren des Schlosses zu verweilen, hört es zuerst: ein tiefes, kehliges Grollen, das nicht aus einer Kehle, sondern aus dem Boden selbst zu kommen scheint. ​Er ist groß wie ein Kalb, sein Fell schwärzer als die Nacht, und seine Augen brennen wie Kohlen, die direkt aus der Hölle geraubt wurden. Der schwarze Hund von Merseburg patrouilliert nicht ohne Grund. Legenden besagen, dass er die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und den verborgenen Pfaden der Unterwelt bewacht. ​Doch das Schloss ist nur sein Ruheplatz. Die wahre Schauergeschichte verbirgt sich unter den Pflastersteinen. Es existiert ein unterirdischer Gang , eine dunkle Arterie, die sich vom Schlossberg bis weit hinaus zum Stadtfeld windet. Dort, wo einst die berüchtigte Schinde...

Der Hunnenstein von Bad Dürrenberg

​ „Man sagt, wer am Nordrand des Kurparks von Bad Dürrenberg steht, wenn die Sonne blutrot über der Saale aufgeht, kann noch heute das ferne Wiehern der ungarischen Reiterhorden hören. Dort, wo Heinrich I. im Jahr 933 die Knie beugte, liegt ein stummer Zeuge: Der Hunnenstein. ​ Es war kein gewöhnliches Gebet. In der Stunde der höchsten Not, als der Tribut verweigert und das Land in Flammen stand, suchte der König ein Zeichen. Er legte seine Hand auf den kalten Quarzit und das Unmögliche geschah: Der uralte Menhir gab nach. Er wurde weich wie Fleisch, nahm den Abdruck der königlichen Hand auf und versteinerte wieder zu einem ewigen Siegel des Sieges. ​ Doch blickt genauer hin! Seht ihr die Spuren des Hufes und der Pfote? Die Legende flüstert uns zu, dass die Menschen zitterten, während Heinrichs treueste Gefährten – sein Schlachtross und sein Jagdhund – keine Furcht kannten. Sie hinterließen ihre Male neben denen des Königs, um den Bund mit der Erde zu besiegeln. ...

Der Indy

Wanderer, habt ihr jemals vor einem Ort gestanden, der sich anfühlt, als gehöre er nicht in unsere Welt? Ein Ort, der geometrisch perfekt und doch vollkommen fremd in der Landschaft ruht? ​Im Südwesten von Halle, dort wo die monumentalen Beton-Kathedralen von Halle-Neustadt in den Himmel ragen, erhebt sich ein rätselhafter Hügel. Zehn Meter hoch, fünfhundert Meter im Umfang. Ein Kegelstumpf, oben abgeplattet, wie ein Altar für einen Gott, dessen Namen wir vergessen haben. ​Die Chroniken der Neuzeit sind präzise: Im Jahr 1969, als die ersten Pioniere der Chemiearbeiterstadt ihre Wohnungen bezogen, war dort nur flaches Land. Doch um 1972, fast über Nacht, war er da. Die offizielle Version der Baumeister klingt nüchtern: Bauaushub. Überschüssige Erde. ​Im Volksmund hält sich ein Gerücht so zäh wie der Beton der Plattenbauten. Man flüstert von einer "unterirdischen Stadt". Einem Zentralschutzraum, tief im Bauch der Erde, geschaffen für den Fall eines ABC-Krieges. W...

Die schwarze Hand im Dom zu Xanten

Es gibt Orte, die einen Menschen nicht mehr loslassen. Meist ist es die Schönheit oder die Geschichte, die zu uns zurückkehrt, doch im Kreuzgang des Doms St. Viktor zu Xanten verbirgt sich eine weitaus dunklere Bindung.  Dort, wo das Licht nur spärlich durch die Maßwerkfenster fällt, ruht eine Grabplatte, die den Atem stocken lässt. ​Wer über die ausgetretenen Steine des Kreuzgangs wandelt, stößt unweigerlich auf eine Darstellung, die so gar nicht in die heilige Ordnung eines christlichen Gotteshauses zu passen scheint. Manche wollen darin den Gehörnten selbst erkennen, andere sehen eine gequälte Seele. Doch das Zentrum des Schauers ist die "Schwarze Hand" . ​Die Legende besagt, dass diese Hand nicht aus bloßer Steinmetzkunst entstand. Sie sei ein Siegel, ein spiritueller Anker in unserer Welt. ​Die Alten erzählen sich hinter vorgehaltener Hand: „Wer die schwarze Hand berührt, der verkauft ein Stück seiner Freiheit an den Dom.“ ​Es ist ein schleichender Fluch....

Der grausame Amtmann mit dem Glöckchen im Bart

Mit Schaudern erzählt man sich noch heute in Altranstädt von dem grausamen Amtmann Franz Wiedemann. Er hatte das Gut seines Bruders Benedikt nach dessen Tode an sich gerissen und behandelte seine Leute überaus hart. Kam er aufs Feld geritten und seine Arbeiter hatten nach seiner Meinung nicht genug vollbracht, so schlug er unbarm-herzig auf sie ein, so daß mancher an den Verletzungen starb oder mindestens längere Zeit krank darniederlag. Seine Frau dagegen war sehr mild. Um die Arbeiter vor so harter Behandlung zu bewahren, knüpfte sie ihrem strengen Gemahl, als er einmal wunderbarerweise bei guter Laune war, ein Glöckchen in den Bart, so daß die Leute auf dem Felde sein Kommen hören konnten. Einst entlief dem Wiedemann der Jagdhund. Zornentbrannt verfolgte er ihn bis an ein Bauernhaus in Miltitz. Vor der Hoftür stand eben die Frau des Besitzers, welche sich in gesegneten Umständen befand. Trotzdem schlug der Amtmann in ihrer Nähe den flüchtigen Hund auf der Stelle tot. Dar...