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Die Attnitzburg


Gegenüber von Oberthau, dort, wo die Weiße Elster einst andere Bahnen zog, liegt ein Ort, der heute nur noch ein Phantom seiner selbst ist: die Attnitzburg. Es wird erzählt, dass hier nicht nur Mauern, sondern eine ganze Festung im weichen, morastigen Boden versunken ist, verschlungen vom Zorn der Erde oder einem alten Fluch.

​Es ist ein toter Arm der Weißen Elster, treffend „Stilles Wasser“ genannt. Wenn die Kirchturmuhr von Oberthau Mitternacht schlägt, so die Sage, steigen Nebel auf, die nicht von dieser Welt sind. Aus ihnen formt sich die Gestalt einer Weißen Frau – die verwunschene Burgfrau selbst. Sie schreitet am Ufer entlang, lautlos, doch aus ihrem Mund dringen leise, herzzerreißende Klagelaute. Sie ist an diesen Ort gebunden, gefangen in einem Bann, der so alt ist, dass niemand mehr weiß, wie sie zu erlösen wäre. Wer ihre Klage hört, dem gefriert das Blut in den Adern vor Mitleid und Entsetzen.

​Doch die Burgfrau ist nicht allein. Die Attnitzburg wird nachts von einem großen, schwarzen Vogel umflattert. Ist es ein verzauberter Ritter, der die Burgfrau einst verriet? Oder ein Diener des Teufels, der über die Schätze der Burg wacht? Denn hoch oben über der versunkenen Höhe erscheint ein geheimnisvolles Licht, das den Ort anzeigt, an dem ein mächtiger Schatz vergraben liegt.


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