Auf der sogenannten Steinklebe in der Strößener Flur, auf der Klobikauer Grenze, stand in früheren Zeiten ein Dorf, das in den Stürmen des Dreißigjährigen Krieges untergegangen ist. Auf dieser wüsten Dorfstelle hütete einst ein Schweinehirte seine Herde. Beim Wühlen stieß eines seiner feisten Borstentiere auf einen großen, harten Gegenstand, der beim Nachgraben als eine große Glocke erkennbar wurde. Über diese Glocke entspann sich zwischen den Bewohnern Klobikaus und denen von Großgräfendorf bald ein ernster Streit.
Beide Gemeinden beanspruchten die Glocke als ihr Eigentum. Mit mehreren Pferdegespannen rückten die Klobikauer aus, um die Glocke in ihr Dorf zu holen; sie spannten vier, sechs und zuletzt sogar acht Pferde an die Glocke, aber trotzdem vermochten sie nicht, diese von der Stelle zu bringen. Bald kamen auch die Großgräfendorfer, sie brachten nur vier Pferde mit.
Hohnlächelnd und schadenfroh ließen die Klobikauer sie ihre Arbeit beginnen. Aber kaum gaben die Fuhrleute mit der Peitsche das Zeichen zum Anziehen, da schleppten auch schon die vier Pferde mit Leichtigkeit die Glocke vom Fundort weg und dem Dorfe zu, ein Zeichen, daß den Großgräfendorfern die Glocke rechtmäßig zustand.
(A. O. Reuschert: O. Küstermann)
Walter Saal, Sagen des Merseburger Landkreises
Es ist ein alter Brauch der Region: Wer eine wüste Dorfstelle betritt, sollte eine kleine Gabe hinterlassen – ein Stück Brot oder einen Schluck Wasser. Nicht für den Hunger der Toten, sondern als Zeichen des Respekts vor denen, die im Dreißigjährigen Krieg alles verloren. Wer die Toten ehrt, dem weisen sie den Weg, statt ihn in die Irre zu führen.
Solltet Ihr jemals beim Wandern auf Metall stoßen, das aus dem Lehm ragt – lasst es liegen.
Ein letztes Wort: Geht niemals allein, wenn der Nebel aus dem Geiseltal heraufzieht. In den weißen Schwaden verlieren sich die Grenzen zwischen Heute und Einst schneller, als mancher Wanderer es wahrhaben möchte.
KI generierter Inhalt, Google Gemini/NanoBanana 2
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