Die Nacht auf der Merseburger Altenburg war ungewöhnlich still, als im Jahr 1562 die Auflösung des Petersklosters kurz bevorstand. Doch es war nicht die Angst vor den neuen Herren, die die letzten Mönche umtrieb, sondern ein Geheimnis, das tief unter den Altarstufen der einst prachtvollen Basilika ruhte:
Der Silberschatz .
Man flüsterte sich seit Jahrhunderten zu, dass Heinrich I. in Merseburg nicht nur Mauern, sondern auch unermessliche Reichtümer hinterlassen hatte – Silbergeschirr, geprägt mit dem Siegel des Reiches, und kostbare Reliquiare, die in den Wirren der Zeit vor gierigen Augen verborgen werden mussten. Als das Kloster dem Verfall preisgegeben wurde, durfte dieses Erbe nicht in die Hände derer fallen, die die Kirche bald als Steinbruch nutzen würden.
„In die Tiefe“, lautete der Befehl des letzten Abtes. Schwere, mit Eisen beschlagene Truhen wurden zum geheimen Abstieg in der Klausur geschleift. Dort öffnete sich der Schlund zu jenem unterirdischen Gang, der wie eine versteinerte Schlange unter der Stadt hindurchführte.
Fackeln warfen tanzende, verzerrte Schatten an die feuchten Wände, während der Trupp sich mühsam voranarbeitete. Der Gang war eng, die Luft schwer vom Geruch nach Erde und altem Kalk. Über ihnen lag Merseburg im Schlaf, ahnungslos, dass ein Vermögen unter seinen Füßen dahinrollte. Stundenlang zog sich der Zug dahin, tiefer und tiefer unter die Saale-Auen, bis der Boden unter ihnen anstieg.
Meilenweit entfernt, hinter den massiven Mauern von Schloss Schkopau, endete die Reise. Ein verborgener Ausgang hinter einer schweren Eichentür im Kellergewölbe des Schlosses spie die Schatzträger wieder aus. Dort, im Schutz der wehrhaften Anlage, verschwand das Silber Heinrichs.
Als die Peterskirche später abgetragen wurde und die Fundamente unter Müll und Pflanzenwuchs verschwanden, blieb der Gang versiegelt. Man sagt, der Weg nach Schkopau sei an mehreren Stellen eingestürzt, um das Geheimnis für immer zu bewahren. Doch wer heute in stillen Nächten an den verbliebenen Klostermauern der Altenburg lauscht, meint vielleicht noch immer das ferne Scharren von Metall auf Stein zu hören – ein Echo der Truhen, die nie wieder ans Tageslicht fanden.
KI generierter Inhalt, Google Gemini/NanoBanana 2
Kommentare
Kommentar veröffentlichen