Zu der Zeit, da Kaiser Heinrich II. (1002-1024) dem Tode nahe war,
lebte in Merseburg ein frommer Klausner.
Dieser hörte eines Abends in der Luft ein unheimliches Rauschen, als wenn Teufel durch die Lüfte führen.
Er beschwor diese bösen Geister bei Gott, ihm zu sagen, wohin sie wollten. Sie antworteten : Zu Kaiser Heinrichs Tode, seine Seele holen.
Da beschwor sie der gute Mann abermals, daß sie ihm bei ihrer Rückkehr sagen mögen, was sie erworben hätten. Die Teufel fuhren ihres Weges.
Der Einsiedler aber betete zu Gott für des Kaisers Seele.
Bald kamen die Teufel zurück und sagten: Als des Kaisers Missetaten seine guten Taten zu überwiegen drohten , nahte der heilige Laurentius und warf den wundertätigen Kelch, dem ihm Heinrich einst für den Dom geweiht hatte, derart in die Waagschale des Erzengels Michael, dass dem Kelch eine Scharte ausbrach.
Also verloren wir die Seele.
Da lobte der Einsiedler Gott und tat den Domherren solches kund.
Sagen des Merseburger Landkreises 1971
Kommentare
Kommentar veröffentlichen