Es gibt Orte, die einen Menschen nicht mehr loslassen. Meist ist es die Schönheit oder die Geschichte, die zu uns zurückkehrt, doch im Kreuzgang des Doms St. Viktor zu Xanten verbirgt sich eine weitaus dunklere Bindung. Dort, wo das Licht nur spärlich durch die Maßwerkfenster fällt, ruht eine Grabplatte, die den Atem stocken lässt. Wer über die ausgetretenen Steine des Kreuzgangs wandelt, stößt unweigerlich auf eine Darstellung, die so gar nicht in die heilige Ordnung eines christlichen Gotteshauses zu passen scheint. Manche wollen darin den Gehörnten selbst erkennen, andere sehen eine gequälte Seele. Doch das Zentrum des Schauers ist die "Schwarze Hand" . Die Legende besagt, dass diese Hand nicht aus bloßer Steinmetzkunst entstand. Sie sei ein Siegel, ein spiritueller Anker in unserer Welt. Die Alten erzählen sich hinter vorgehaltener Hand: „Wer die schwarze Hand berührt, der verkauft ein Stück seiner Freiheit an den Dom.“ Es ist ein schleichender Fluch....
"Es gibt Orte, an denen die Zeit dünn wird wie ein Schleier. Wo der Nebel von den Fluten der Saale aufsteigt und die Schatten der Geschichte über die alten Pfade kriechen. Wir folgen nicht den ausgetretenen Touristenpfaden, sondern spüren den Rissen im Stein nach. Tretet näher und lauscht – denn Mitteldeutschland vergisst seine Sagen nicht.“
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