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Der Bär

Es gibt Kindheitserinnerungen die einen nie wieder loslassen.
Bis zum heutigen Tage lässt mir der Gedanke an den Bären die Nackenhaare aufstellen. 
Im Jahre 1973, fuhren meine Eltern mit uns Kindern zum Winterurlaub nach Bärenstein/Altenberg im Erzgebirge.
Es war ein schöner Urlaub und es gab reichlich Schnee.
Wir wohnten im Schloss Bärenstein.
Das war zu damaliger Zeit ein Privileg , da das Schloss ein Ferienheim der Blockflöten-Partei NDPD und unser Vater Mitglied derselben war.
Im Foyer an den Treppenaufgängen stand ein gewaltiger ausgestopfter Bär, der ziemlich finster dreinschaute.
Ich hatte ein eigenes kleines Zimmer, das sehr gemütlich und mit historischen Möbelstücken ausgestattet war.
Es hatte aber leider nur ein winziges Fenster was bedeutete, dass es Nachts stockfinster war und man die Hand vor Augen nicht erkennen konnte. 
Trotz der wintersportlichen Aktivitäten , fand ich keinen richtigen Schlaf in diesem Kabäuschen.
Eines Nachts wurde ich wach und im ersten Moment wusste ich gar nicht, wo ich mich befand. 
Ein merkwürdiges Brummen erfüllte den Raum.
Dann spürte ich einen Hauch an der Wange...  
DER BÄR , schoss es mir durch den Kopf.
Schlagartig fuhr ich hoch und sprang aus dem Bett, im Dunkeln grabbelte ich auf dem Tisch herum bis ich meine Taschenlampe fand.
Ich leuchtete wild fuchtelnd in jede Ecke des Zimmers, aber da war nichts.
Leise öffnete ich die Tür und ging einen Schritt in den Flur, auch hier war alles ruhig. 
Also gut, sehen wir mal nach , dachte ich und ging die Treppe zum Foyer hinter. 
Der Lichtkegel holte geisterhafte Umrisse der Skulpturen und Wandteppiche aus der Dunkelheit.
Als ich unten ankam, wandte ich mich in Richtung des Bären. 
Da stand er , unbeweglich und still , ja natürlich dachte ich, was denn sonst. 
Ich leuchtete ihm ins "Gesicht", die Glasaugen funkelten böse.
Nach einer Weile drehte ich mich um und ging zurück.
Da merkte ich plötzlich, wie mich etwas am Hosenbund versuchte festzuhalten. 
Ich schlug mit der Taschenlampe danach und rannte so schnell wie möglich die Treppe hoch. 
Schlafen konnte ich erst mal nicht mehr , gegen Morgen dämmerte ich noch einmal kurz weg. 
Nach dem gemeinsamen Aufstehen gings dann zu Frühstück, natürlich am Bären vorbei.
Ich hatte ein mulmiges Gefühl, ließ mir aber nichts anmerken.
Der Bär stand natürlich an seinem Platz , logisch, er war ja ausgestopft.
Oder ?


Die Anfänge der Burg gehen wahrscheinlich bis in die beginnende Kolonisation um 1200 zurück.
 Erste urkundliche Erwähnung 1324.

Uber 300 Jahre war sie  Stammsitz des Gründergeschlechtes derer von Bernstein. 
Von hier aus begann die Besiedlung des oberen Erzgebirges und die Erschließung des Bergbaues.
 Weitere Besitzer: vón Schönberg (1699-1711),
 von Holzendorff (1711-1755,
 Grafin von von Bunau, Bung geb. 
Grafin von Cosel (1795-1816), 
ab 1816 Fanilie von Luttichau bis zur Enteignung

1945. Nach der Bodenreform bis 1991 Schulungs- und Ferienheim der NDPD. 
1995 Verkauf durch die Treuhand an den jetzigen Besitzer, leider nicht mehr zugänglich.

Die Sage vom Ursprung des Schlosses Bärenstein erzählt, dass ein Mitglied der Familie von Bernstein auf dem Felsen auf zwei wilde Bären traf.
 Ein Sohn versuchte, einen der Bären zu fangen, scheiterte aber. Der Vater tötete die Bären schließlich mit seinem Spieß, woraufhin
dann an diesem Orte,  die Burg entstand. 

Der Bär wurde aus "Gründen" aus dem Schloss entfernt, er ziert jetzt das Heimatzimmer im Rathaus.

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