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Die Eselswiese

Diese Sage handelt wiederum vom Heiligen Brun von Querfurt (974–1009), einem bedeutenden Missionar und Erzbischof. Im Jahr 1008 plante Brun seine letzte große Reise, um die heidnischen Pruzzen (im heutigen Baltikum) zum Christentum zu bekehren.
​Als er die Burg Querfurt auf seinem Esel verließ, begleiteten ihn seine Brüder und Gefolgsleute ein Stück. 
Doch auf einer Wiese, hart vor den Toren der Stadt, wurde das Tier plötzlich störrisch. 
Der Esel setzte keinen Huf mehr vor den anderen. Kein gutes Zureden, keine Peitsche und keine Sporen konnten das Tier bewegen, den Weg fortzusetzen.
​Die Begleiter sahen darin ein böses Omen. Sie flehten Brun an, die Reise abzubrechen, da Gott offensichtlich nicht wolle, dass er diesen Weg gehe. Sie überredeten ihn, umzukehren, und Brun verbrachte eine weitere Nacht auf der Burg.
​Doch in der Nacht überkam Brun tiefe Traurigkeit. Er spürte, dass seine Berufung stärker war als das Omen eines Tieres. Gegen den Rat seiner Familie brach er am nächsten Morgen erneut auf – diesmal erfolgreich. Wie befürchtet, erfüllte sich das Schicksal: Im Jahr 1009 wurde Brun von den Heiden gefangen genommen und getötet.
​Zum Gedenken an den Vorfall auf der Wiese, die seither "Eselswiese" hieß, ließ sein Neffe eine Kapelle errichten. Diese entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort. Um sie herum entstand ein Ostermarkt, der "Wiesenmarkt".
 Als Souvenir konnten Wallfahrer kleine Esel aus Ton oder Holz kaufen – eine Tradition, die bis heute fortlebt. Der "Querfurter Wiesenesel" ist bis heute ein beliebtes Maskottchen der Stadt.

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