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Der Königshof



In der unmittelbaren Nähe des Merseburger Schlosses lag vormals innerhalb des jetzigen Schloßgartens der sogenannte Königshof. Von diesem sagt Brotuff im 11. Kapitel des ersten Buches seiner Merseburger Chronik, welche er im Jahre 1557 schrieb, folgendes: „Der Königshof ist eine große lange Schanze, mit einem aufgeworfenen Wall von beiden Seiten gegen Morgen und Abend, liegt zwischen dem neuen Schloß und dem Kloster St. Petri, welchen Wall oder Schanze Claudius Drusus Germanicus und das römische Kriegsvolk vor alters, als sie allda in der Besatzung der bezwungenen Provinzen gelegen, gemacht; des Orts denn auch die römischen Kaiser, wenn sie ihre Reichstage zu Merseburg gehalten, ihr Kriegsvolk darinnen liegen gehabt. Darunter lieget eine Mühle, heißet des Königs Mühle, die soll ehemals zu des Königs Hofe, der alten römischen Marsburg gehöret haben." Die nördlich von der Königsmühle liegende große Wiese heißt die Königs-wiese, und ein Teil von ihr gehört zur Königsmühle. Auch gab es vor-mals am nördlichen Ende der Zwingerbrücke, welche den Dom mit der Altenburg verbindet, ein nach dem Königshofe führendes Tor, welches den Namen Königstor hatte und erst im vorigen Jahrhundert abgetra-gen worden ist. Der Königshof wurde nach und nach in den jetzigen Schloßgarten verwandelt.

Walter Saal , Sagen des Merseburger Landkreises
 (Dr. H. Größler: E. Brotuff)

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