Fünf gigantische, identische 18-geschossige Hochhäuser prägen das Zentrum von Halle-Neustadt.
Warum man diese Bauten als "Scheiben" bezeichnete ...? ...
Um diese monumentalen Bauten rankt sich seit der DDR-Zeit eine hartnäckige Urban Legend:
Es wird erzählt, dass die fünf Hochhäuser, wenn man sie aus der Vogelperspektive oder aus Richtung der Altstadt betrachtet, wie die fünf Finger einer erhobenen Hand wirken sollen – ausgestreckt als sozialistischer Gruß oder als triumphale Geste in Richtung des alten, bürgerlichen Halle.
Nach der Wende wandelte sich der Mythos.
Es hieß, die „fünf Finger“ seien in Wahrheit die Hand der sozialistischen Vergangenheit, die sich wie eine Klaue aus der Erde gräbt und die Stadt niemals ganz loslassen wird.
Unter Jugendlichen und Anwohnern hieß es jahrelang, dass in den oberen, dunklen Stockwerken der verlassenen Scheibe A nachts Lichter gesehen wurden, obwohl das Gebäude längst vom Stromnetz getrennt war.
Man erzählte sich Geschichten von „Schattenmenschen“, die durch die kilometerlangen, leeren Flure wandern.
Architektonisch waren die Scheiben schlicht als dominierendes, rhythmisches Zentrum gedacht. Aber der optische Effekt einer riesigen, steinernen Hand im Nebel ist trotz Allem faszinierend.
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