Das grauenvolle Geheimnis der vermauerten Folterkammer von Frankleben.
Manche Geheimnisse nimmt man mit ins Grab – andere brennen so heiß auf der Seele, dass sie im letzten Atemzug ans Licht drängen.
Warum ein alter Maurer vor seinem Tod sein tiefstes Schweigen brach und welches grausige Schicksal hinter den kalten Mauern des Franklebener Unterhofs ruht...
Der Unterhof zu Frankleben (gelegen im Geiseltal, Saalekreis) blickt auf eine jahrhundertelange, bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als mittelalterliche Wasserburg errichtet, wurde die Anlage im 16. Jahrhundert unter der Adelsfamilie von Bose zu einem prächtigen Wasserschloss im Stile der Renaissance umgebaut.
Doch wo adlige Pracht und Patronatsherrschaft regierten, wurde in früheren Jahrhunderten auch Gericht gehalten. Die niedere und obere Gerichtsbarkeit der Schlossherren erforderte Räumlichkeiten für Befragungen, Kerkerhaft und peinliche Befragungen – Stätten, die mit dem Wandel der Zeiten oft baulich verschlossen oder schlicht totgeschwiegen wurden.
Die Sage / Das Mystische
Es war an einem kalten Abend, als ein alter, ergrauter Maurer spürte, dass seine letzte Stunde geschlagen hatte. Zeitlebens galt er als verschwiegener, ruhiger Mann, doch auf dem Sterbebett lag ein schwerer Schatten auf seiner Brust. Mit brüchiger Stimme rief er seine Angehörigen zu sich, um sein Gewissen vor dem Allerhöchsten zu erleichtern.
In seiner frühen Jugend, so beichtete der Sterbende unter Zittern, habe ihn der damalige Schlossherr des Unterhofes zu einem geheimen, nächtlichen Dienst gerufen.
Er musste einen eiserneren Eid schwören, niemals ein Wort über das zu verlieren, was er in jener Nacht sehen würde. Unter den finsteren Gewölben des Schlosses führte man ihn in eine tief gelegene, modrig riechende Kammer.
Es war die alte Folterkammer des Unterhofes.
Im fahlen Schein der Fackeln sah der junge Maurer das Grauen vergangener Tage: In der Mitte des Raumes stand noch immer der schwere, blutgetränkte Eichenblock, an dem einst die armen Sünder angekettet, gequält oder gar hingerichtet worden waren. Rostige Eisen, Ketten und Werkzeuge des Schreckens hingen an den feuchten Wänden.
Unter den Augen des Schlossherrn musste der Bursche Mörtel anrühren, Stein auf Stein fügen und den einzigen Zugang zu diesem Ort des Jammers für immer vermauern.
...doch im Angesicht des Todes, Wanderer, flehte er darum, man möge die Mauer wieder aufbrechen, die Kammer freilegen und den ruhelosen Seelen, die dort unten wandeln, endlich ihren Frieden geben...
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