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Der Glüh-Kutscher

​Im 19. und 20. Jahrhundert war das hallesche Revier (überall im Mansfelder Land, im Geiseltal sowie im Raum Ammendorf, Dölau und Nietleben) von einem gigantischen Netz aus Schmalspur- und Industriebahnen durchzogen.
​ Besonders im Bereich Nietleben/Dölau (wo früher die Gruben „Granau“ und „Deutscher Goppel“ lagen) sowie im Raum Ammendorf/Schkopau fuhren etliche kleine elektrische oder dieselbetriebene Grubenloks. 
Sie transportierten die frisch geförderte Rohbraunkohle direkt von den Tagebauen und Schächten zu den Brikettfabriken oder den Salinen in Halle.
​Schon ganz früh brauchte die Saline Halle Unmengen an Kohle zum Sieden der Sole.
 Die Kohle wurde oft mit kleinen Werks- und Grubenbahnen vom Umland an die Peripherie transportiert.

​ Nach der Stilllegung der meisten Tagebaue und nach der Wende wurden viele Strecken rückgebaut. Viele Loks,  blieben oft als Denkmäler an ehemaligen Trassen, Zechenhöfen oder Freizeitgebieten (wie dem Heidesee oder am Geiseltal) stehen – eingewachsen von der Natur, als stumme Wächter der Industriegeschichte.

Nun aber zur Sage, Wanderer.

Der Glüh-Kutscher vom Dölauer Holz.

​Wo die Erde aufgerissen wird und dunkle Schächte entstehen, da lassen die Sagen nicht lange auf sich warten! Aus dem Bereich der alten Braunkohlegruben zwischen Dölau, Nietleben und der Dölauer Heide überliefert man sich eine unheimliche Geschichte:
​Die Sage vom „Glüh-Kutscher“ der Kohlegrube
​In den Anfangszeiten des Kohleabbaus im 19. Jahrhundert, als die Kohle noch mit hölzernen Hunten und von Pferden gezogenen Loren aus den flachen Stollen gebracht wurde, arbeitete ein besonders hartherziger Grubenmeister namens Schulze. 
Er ließ seine Arbeiter und Tiere Tag und Nacht ohne Pause schinden und unterschlug nicht selten den Lohn.
​Eines Tages, bei einem heftigen Gewitter, brach ein Teil des Tagebaus ein. 
Anstatt seine Männer zu retten, befahl er, die vollen Kohleloren noch schnell aus dem Stollen zu ziehen.
 Ein Blitz schlug direkt in den Unterstand ein, der Stollen geriet in Brand und der Grubenmeister kam in den Flammen der Kohle um.
​Seit dem Bau der ersten eisernen Grubenbahnen flüsterten die Bergleute der Nachtschicht:
Wer in nebligen Herbstnächten entlang der ehemaligen Zechengleise unterwegs ist, sieht manchmal  den „Glüh-Kutscher“.
​Ein feuriger, rauchender Geist sitzt auf einer alten, glühenden Lok. 
Seine Augen leuchten wie zwei Stücke brennende Kohle. Er muss für alle Ewigkeit die verfluchten Kohlen über die verlassenen Schienen der Grubenbahn fahren.
 Eine alte Braunkohlen-Bergmannsregel sagt:
 Wer das Rumpeln der feurigen Lok auf den Schienen hört, darf sich nicht umdrehen und muss drei Schritte rückwärts vom Gleis weichen – sonst zieht einen der Kutscher mit in den glühenden Schacht.
Zum Gedenken an die Anschlussbahn Saline hat man eine Grubenlok V10 C in der Nähe Flutbrücke-Kotgraben aufgestellt.
Diese  ist aber vom VEB Mansfeld Kombinat, Schacht August Bebel.

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