Die Einheimischen mieden das Hochufer an der Saale in den späten Herbstnächten seit jeher.
Man erzählte sich von den „Erdenmüttern“ – wachsamen Natur- und Ahnengeistern, die tief im Lehm der Steilhänge nisten.
„Tritt nicht zu nah an den Hang, wenn der Saaknebel steigt“, warnten die alten Fischer. „Die Mütter suchen nach ihren Gaben.“
Wenn die Dämmerung das Flusstal verschlingt, soll aus den alten Grabenanlagen ein leises, rhythmisches Raunen dringen. Wer verweilt, hört das Flüstern von Stimmen, die weder Mensch noch Wind sind – das Verlangen der Erdenmütter nach Besänftigung und Respekt vor den Zyklen des Lebens und Sterbens.
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