Wenn man im fahlen Licht der Blauen Stunde am Saaleufer bei Großkorbetha steht, wo das Wasser träge an den alten Wurzeln der Weiden vorbeizieht, spürt man es ganz deutlich.
Hier, an einer der ältesten dokumentierten Furten der Region, brachen einst die gefürchteten Reiterhorden des Ostens durch die Strömung.
Der Uferschlamm bewahrt ihr Geheimnis, doch der Wind trägt es weiter.
Die Älteren erzählten sich hinter vorgehaltener Hand, dass in stürmischen Märznächten das Wasser der Saale plötzlich unnatürlich aufpeitscht.
Dann, so sagt die Sage, jagen die Geister der Hunnen wieder im Nebel über das Feld.
Ein raues, tiefes Flüstern zieht durch das Schilf...
Das unsterbliche Echo einer Schlacht, die niemals ganz endete.
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