Es war ein stummer, vernebelter Morgen im dichten Dickicht des Harzes, als Ritter Ramm, der treue Jagdmann des Kaisers, sein Pferd an einen moosbewachsenen Felsen band. Während der Ritter der Fährte eines Hirsches tief in den Forst folgte, wartete der Rappe in der Stille des Waldes. Aber das Tier wurde unruhig. Es scharrte mit dem schweren Eisenhuf im steinigen Boden, schlug Moos und Erde fort – bis ein heller, metallischer Klang durch die Schlucht schallte. Als Ramm zurückkehrte, traute er seinen Augen nicht. Im tiefen Abdruck des Pferdehufs schimmerte etwas im Gestein. Eine mächtige Erzader lag bloß. Der Rammelsberg war entdeckt – und mit ihm ein Reichtum, der Säcke von Silber und Tonnen von Blei in die Hallen der Kaiser spülte. Doch wer dem Berg nimmt, muss ihm auch etwas geben. Wer heute durch die engen, tropfenden Gänge des verfallenen Altmannschens Stollens schreitet, spürt ...
"Es gibt Orte, an denen die Zeit dünn wird wie ein Schleier. Wo der Nebel von den Fluten der Saale aufsteigt und die Schatten der Geschichte über die alten Pfade kriechen. Wir folgen nicht den ausgetretenen Touristenpfaden, sondern spüren den Rissen im Stein nach. Tretet näher und lauscht – denn Mitteldeutschland vergisst seine Sagen nicht.“